Fertighaus

Roger | | 1. Juni 2011

In der Nachbarschaft errichten die neuen Nachbarn gerade ihr Fertighaus. Wir hatten uns eigentlich ein wenig gesorgt, dass wir den Sommer über neben einer langwierigen und lauten Baustelle wohnen würden, aber der Bau macht glücklicherweise innerhalb weniger Wochen gute Fortschritte.

Auf dem etwa 500 m² großen Grundstück hat neben einem einstöckigen Bungalow, zwei Fertiggaragen und einem Geräte-“Schuppen” (einer weiteren zweckentfremdeten Fertiggarage) gerade noch so viel Grün Platz, dass Platz für eine Kontrollgang rund ums Haus ist. Eine nachträgliche Erweiterung um ein Carport ließe sich auf der Zufahrt zu den Garagen ebenfalls noch unterbringen.

Baufortschritt

Das Fertighaus wird über eine Erdwärmepumpe geheizt. Die Erdkollektoren werden frostsicher etwa achtzig Zentimeter tief in einem schützenden Sandbett vergraben und anschließend wieder mit Humus bedeckt. Danach wird der Humus von Grundfläche des Hauses und der Garage abgehoben und am Grundstück gelagert.

Keller gibt es aus Kostengründen keinen, stattdessen wird das Haus auf einer Bodenplatte fundamentiert, während für die Garagen Streifenfundamente betoniert werden. Gleich während der Errichtung werden sämtliche Durchlässe und Verrohrungen in die Bodenplatte eingebaut, die später für die Ver- und Entsorgung mit Wasser, Telefon, TV und Internet oder Strom benötigt werden. Am Umfang der Bodenplatte wird mit Hartschaumplatten gegen die aufsteigende Bodenkälte gedämmt und die Bodenfeuchtigkeit mit einem Bitumenanstrich ausgesperrt.

Fertighaus (Bodenpatte und Perimeterdämmung)

Zur Qualitätssicherung prüft der Vertreter der Fertighausfirma die fertige Bodenplatte auf Ebenheit und Abweichungen von der Horizontalen. Die Versorgungsleitungen für Wasser und Strom werden ins Haus eingebunden.

Gebäude entstehen

Mit einem Autokran werden innerhalb weniger Stunden die drei Fertiggaragen platziert und montiert. Tore und Ausstattung sind bereits montiert, so dass die Garagen während der restlichen Bauzeit auch als Bauhütte benutzt werden können.

An einem schönen Frühlingsabend taucht ein Sattelhänger mit den einzelne Wänden des Fertighauses auf, und schon am Morgen des nächsten Tags wird Wand um Wand auf die Bodenplatte gehoben und montiert. Bis zum Abend des ersten Tages steht das eingeschossige Haus mitsamt dem Skelett des Dachstuhls.

Fertighaus (Schraubverbindung zwischen zwei Wandelementen

Am zweiten Tag wird die Kaltschalung des Dachstuhls montiert und der Dachstuhl mit Folie eingerollt. Ein wenig überrascht war ich darüber, dass die Dachlattung ganz herkömmlich von den Zimmerleuten vor Ort hergestellt und nicht in großen vorgefertigten Elemente geliefert wurde. Auch die restlichen Zimmermanns-, Spengler- und Dachdeckerarbeiten werden ganz konventionell ausgeführt und dauern darum etwa drei Tage.

Fertighaus (Außenansicht mit Gerüst)

Zum Abschluss wird das Haus farbig verputzt. Die neuen Nachbarn werden jetzt selbst innen weiter ausbauen und in einigen Monaten in ihr neues Haus übersiedeln. Damit die Übersiedlung genauso problemlos wie der Bau verläuft, habe ich sie auf die Checkliste für den Umzug hingewiesen.

Fertighaus (Fassade fertig verputzt)

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