Marianne und Michael

Roger | | 26. Juni 2011

Die beiden sind unzertrennlich, soviel fällt auch einem oberflächlichen Beobachter auf jeden Fall auf. Die alte Ordnung, in vielen Fällen von Frauenrechten und Feminismus schon aufs Altenteil verbannt, gilt für die beiden unverrückbar: Er geht voran und legt die Richtung fest, sie folgt drei Schritte hinten nach.

Michael bewegt sich schweigend, öffnet den Schnabel nur, wenn’s unbedingt nötig ist, fürs Essen oder Trinken und ganz ausnahmsweise auch mal für eine unmutige Äußerung Richtung Hansi und seinem Harem.

Von Marianne hört man dagegen immer was, sie kann einfach keine Ruhe geben. Nicht zu laut, aber unaufhörlich, quakt sie bei jedem Schritt eine einfache, immer gleiche Strophe vor sich hin: “Ba Wa. Ba Qa. Qa Ba….”

Marianne und Michael sind recht hübsche Exemplare ihrer Art, stellenweise auffallend bunt und auch recht dahinter her, dass kein Federl aus der makellosen Linie vorsteht. Er, ein dunklerer Typ als sie, ist eine guten Kopf größer als seine Partnerin, obwohl beide gleich alt sind.

Marianne und Michael, indische Laufenten

Vor etwa acht Wochen sind die zwei indischen Laufenten aus dem Ei geschlüpft und seit jetzt hinter den spanischen Nacktschnecken im Gras und beim Gemüse her. Auch in Wirklichkeit stimmen die Geschichten, die man als von den Schnecken geplagter Gartenbesitzer über den Appetit der Enten nach den schlatzigen Schnecken hört.

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